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Editorial: "Wir müssen umdenken"
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VDE dialog - Das Technologie-Magazin

Kritische Massen – Über die Macht der Rohstoffe und innovative Alternativen

Die derzeitige Situation: ernst. Der Ausblick: bedrohlich. Die EU stuft aktuell 34 Materialien als „kritische Rohstoffe“ ein, vom besonders elektrisch leitfähigen Arsen bis zu Wolfram, das wegen seiner hohen Dichte in der Luftfahrt- oder Telekommunikationstechnik geschätzt wird. Die Hälfte davon wird als „strategisch relevant“ definiert – sie sind besonders wichtig, um grüne und digitale Technik zu entwickeln oder sich in den Bereichen Verteidigung, Luft- und Raumfahrt stabil aufstellen zu können. Die Elektronik- und Elektrotechnikindustrie, erster Abnehmer vieler Rohstoffe und zentraler Zulieferer für viele dieser Zukunftsbranchen, steckt dabei mitten in diesem Thema. Und arbeitet daran, Lösungen zu suchen.

Die Notwendigkeit dafür ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Viele Jahrzehnte lang schwankten zwar immer wieder die Rohstoffpreise, doch Unternehmen fanden Wege, sich damit zu arrangieren.

Das ist jetzt vorbei. Erstens steigt der weltweite Rohstoffhunger, weil die Technologisierung und Digitalisierung immer schneller voranschreitet. Zweitens blicken viele Industriestaaten mittlerweile deutlich kritischer auf die ökologischen und sozialen Realitäten rund um die Rohstoffgewinnung. Drittens ist die Konkurrenz um diese Ressourcen härter geworden. Mehr Länder wollen die Rohstoffe entweder für sich nutzen – oder kontrollieren viel strikter, wer das in ihren Grenzen abgebaute Material nutzen darf. Ein besonders hervorstechendes Beispiel dafür ist Bolivien. In den bolivianischen Anden liegt so viel Lithium, dass der weltweite Bedarf damit jahrzehntelang gedeckt werden könnte. Doch dem südamerikanischen Land gelingt der Abbau bislang kaum. Die Zusammenarbeit mit internationalen Investoren soll das künftig ändern – ob allerdings Europa davon profitiert, ist fraglich.

Ein anderer Ansatz ist, statt kritischer Rohstoffe schonendere Alternativen zu nutzen. An deren Entwicklung versuchen sich das etliche Forschungsprojekte. Allerdings ist es nicht immer die beste Lösung, A durch B zu ersetzen.

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Technologie treibt Transformation: Hightech-Unternehmen und Serverbetreiber setzen für ihre digitalen Dienste große Mengen elektrischer Energie ein. Dabei liegt ihr Fokus zunehmend auf neuen Technologien, die nicht nur die Versorgungssicherheit erhöhen, sondern auch die Abhängigkeit von konventionellen Energiequellen reduzieren sowie positive Nebeneffekte für Umwelt und Wirtschaft versprechen.

Clevere Therapiehelfer: Künstliche Intelligenz wird in Medizinprodukten schon lange genutzt. Doch durch den europäischen AI Act und die zunehmende Verbreitung selbstlernender Algorithmen kommt Bewegung in diesen Sektor. Auch die Aufsichtsbehörden müssen umdenken. Und Europa muss aufpassen, dass es nicht den Anschluss verliert.


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