Markenloser generischer Konzept-Lkw. Autonomer Elektro-Lkw
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01.10.2023 VDE dialog

Transport: Der Lkw von morgen ist günstiger

Dank politischer Förderung sind Elektro-Lkw schon heute genau so lohnenswert in der Anschaffung wie Diesel-Lkw – und in Zukunft sogar preiswerter.

Von Michael Neißendorfer

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Für Unternehmen essenziell ist die Frage nach der Total Cost of Ownership (TCO), den Gesamtkosten über die Lebensdauer eines Fahrzeugs hinweg. Wie das ICCT (International Council On Clean Transportation) errechnet hat, haben Elektro-Lkw dank der derzeitigen Politikmaßnahmen in Deutschland die TCO-Parität mit ihren Diesel-Pendants bereits erreicht. Zu diesen Maßnahmen zählen etwa Kaufprämien, die bis zu 80 Prozent der Differenz zwischen den Anschaffungskosten eines Elektro-Lkw und eines Diesel-Lkw abdecken. Zudem sind E-Lkw von der Maut befreit, während bei Verbrennern ein CO2-Aufschlag die Maut-Kosten weiter erhöht.

Ohne die großzügige Kaufförderung würden batterieelektrische Langstrecken-Lkw in Deutschland die Kostenparität mit Diesel-Lkw gegen die Mitte des Jahrzehnts erreichen, so das ICCT. Einen entscheidenden Einfluss hätten hierbei die Verringerung der Batteriekosten und die Verbesserung der Energiedichte der Batterien. Der Kostenvorteil gegenüber Diesel-Lkw liege auch in den geringeren Instandhaltungskosten begründet.

Eine weitere Studie von Transport & Environment geht davon aus, dass E-Lkw ab 2030 in 99,6 Prozent der Anwendungsfälle im europäischen Straßengüterverkehr geringere Gesamtkosten aufweisen und dabei die gleichen Anforderungen an Reichweite, Laufzeit und Nutzlast erfüllen. Das gelte vom 16-Tonner im Verteilverkehr bis zum 40-Tonner im Fernverkehr. Brennstoffzellen-Antriebe seien aus ökonomischer Sicht im Nachteil, da Wasserstoff längerfristig ein knapper und somit teurer Treibstoff bleiben dürfte.