Foto von Shreyas Darbhe Ganesha
Julian Hördnlein, stock.adobe.com / panuwat
01.10.2026 VDE dialog

INVENT a CHIP: Ein Wettbewerb, der Feuer entfacht

Seit 25 Jahren begeistert INVENT a CHIP Jugendliche für Elektrotechnik. Das Erfolgsrezept: die einzigartige Verknüpfung aus Praxisnähe und einem exzellenten Netzwerk im Hintergrund. Für Teilnehmer Shreyas Darbhe Ganesha war das Mitmachen zukunftsweisend.

Von Julian Hörndlein

„Es ist, als wäre ich von der Kreisliga in die Champions League aufgestiegen“, sagt Shreyas Darbhe Ganesha. Der 17-jährige Schüler des Ehrenbürg-Gymnasiums im oberfränkischen Forchheim spricht aber keinesfalls vom Fußballspielen, wie man denken könnte, sondern von seiner Teilnahme an der diesjährigen Jubiläumsausgabe des VDE Mikrochipwettbewerbs INVENT a CHIP. Dabei geht es darum, knifflige Aufgaben aus der Elektrotechnik zu lösen, tief in ein Thema einzutauchen und schließlich Schritt für Schritt einen eigenen Chip zu entwickeln. Seit 25 Jahren zeigt der Wettbewerb dadurch ganz praktisch, wie vielfältig und abwechslungsreich die Arbeit in der Branche ist und welche unterschiedlichen Wege Elektrotechnikstudierende gehen können.

Für Darbhe Ganesha war die Teilnahme ein Glücksgriff. Seit jeher interessiert er sich für Naturwissenschaften, er ist ein echter „Bastler“ und war bereits mehrfach bei Jugend forscht erfolgreich. Bei INVENT a CHIP hat er sein Wissen auf die nächste Stufe heben können, wie er selbst sagt. Im April nahm er als einer von 25 Jugendlichen am INVENT a CHIP Camp an der Leibniz-Universität Hannover teil und war begeistert von der inhaltlichen Tiefe und den Expertengesprächen vor Ort. „Es war fantastisch, welche Einblicke wir in den Berufsalltag von Chipentwicklern bekommen haben“, sagt der Schüler, der seitdem fast jede freie Minute auf verschiedene wissenschaftliche Projekte verwendet.

Shreyas Darbhe Ganesha zeigt auf ein Tablet
Julian Hördnlein

Die Geschichte des Elftklässlers ist ganz typisch für den Wettbewerb, wie auch Anja Rottke weiß. Seit knapp 20 Jahren leitet sie das Programm und sagt ganz offen: „Das ist mein Traumjob.“ Für sie sind es die Begegnungen, die auch nach vielen Jahren noch in Erinnerung bleiben. Rund 77.000 Schülerinnen und Schüler haben im Laufe des Vierteljahrhunderts teilgenommen, über 600 junge Menschen haben ihre eigenen Chips designt. „Jedes Jahr haben wir ganz unterschiedliche Camp-Gruppierungen“, erklärt Rottke. Besonders eingebrannt hat sich der 2015er-Jahrgang, als auch viele Mädchen teilgenommen haben. Die damalige Teilnehmerin Karolin Lohre durfte sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt treffen. „Das war definitiv ein Highlight“, so Anja Rottke. Für Lohre war der Wettbewerbssieg der Startschuss für ihre Ingenieurkarriere – sie studierte später Elektro- und Informationstechnik in Hamburg und Karlsruhe. Viele der Teilnehmenden aus 25 Jahren haben inzwischen promoviert, Unternehmen gegründet oder sind angesehene Forscher geworden.

Der diesjährige Durchlauf findet am 5. Oktober seinen Abschluss, wenn in Augsburg die Jubiläumsfeier mit Siegerehrung im Vorfeld der Jahrestagung BMT 2026 stattfindet. Viele Alumni sind dann dabei, werden ihre Geschichten erzählen und den Teilnehmenden zeigen, wie spannend eine Karriere in der Elektrotechnik sein kann. Und selbst, wenn es am Ende nicht ganz zum Sieg reichen sollte, bleibt die Teilnahme an INVENT a CHIP eine Erinnerung, die die jungen Talente ihr Leben lang begleiten und prägen wird. So wie bei Shreyas Darbhe Ganesha: „Elektrotechnik ist zu einer meiner Hauptoptionen für die Zukunft avanciert“, sagt er.

Wie geht es nach dem Wettbewerb für die Teilnehmenden weiter? Projektleiterin Anja Rottke hat Lebensläufe aus 25 Jahren INVENT a CHIP zusammengetragen:

www.vde.com/iac-stories

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