Henrike Gördes, Leitung DKE Stabstelle Governance
| PrivatGleichzeitig entstehen Innovationen in einer Geschwindigkeit, die uns manchmal kaum Zeit lässt, deren Auswirkungen vollständig zu verstehen. Gerade in solchen Zeiten wächst das Bedürfnis nach Orientierung. Vertrauen entsteht nicht von selbst – es braucht nachvollziehbare Prozesse, transparente Entscheidungen und Institutionen, die Verlässlichkeit schaffen. Genau darin liegt seit mehr als 130 Jahren die Stärke des VDE und der elektrotechnischen Normung: Sie begleitet Wandel, indem sie gemeinsame Regeln schafft und unterschiedliche Interessen zu tragfähigen Lösungen zusammenführt.
Doch Vertrauen endet nicht bei Normen und Standards. Immer häufiger stellt sich die Frage, wie viel Nichtwissen wir akzeptieren können, wenn Maschinen für uns Entscheidungen treffen. Müssen wir jeden Rechenschritt einer KI nachvollziehen können oder genügt es, wenn ihre Ergebnisse verlässlich und überprüfbar sind? Gleichzeitig wird es immer schwieriger, Wirklichkeit von Täuschung zu unterscheiden. KI kann täuschend echte Bilder, Videos oder Stimmen erzeugen und damit unser Vertrauen in Informationen erschüttern. Technik ist dabei jedoch nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung: Sie kann helfen, Manipulationen zu erkennen und Transparenz zu schaffen. Vertrauen bedeutet deshalb nicht, Technik blind zu folgen, sondern ihre Möglichkeiten und ihre Grenzen zu kennen.
Mit dieser Ausgabe möchten wir verschiedene Facetten des Vertrauens beleuchten: von der Rolle internationaler Normung über den verantwortungsvollen Umgang mit intelligenten Maschinen bis hin zur Frage, wie Technik dazu beitragen kann, Wahrheit von Täuschung zu unterscheiden. Ich wünsche Ihnen viele spannende Denkanstöße. Und vielleicht sehen wir uns ja im November beim IEC General Meeting in Hamburg.
Henrike Gördes, Leitung DKE Stabsstelle Governance