Mit Artemis II ist das Fernweh zurück: Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert kamen Menschen dem Mond nahe – auch dank des Europäischen Servicemoduls der Orion-Kapsel, das von Airbus in Bremen montiert wurde. Doch der Fokus in der Raumfahrt gilt weiterhin dem erdnahen Orbit. Dort kreisen laut der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) 14.200 aktive Satelliten. Tendenz steigend. Vieles auf der Erde hängt an ihnen: Satelliten navigieren Flugzeuge, Schiffe und Autos, liefern präzise Zeitdaten für Finanzsysteme, beobachten Klima und Krisen. Ohne diese Infrastruktur über unseren Köpfen wäre die moderne Gesellschaft ziemlich aufgeschmissen.
Ein Großteil liegt in privater Hand. Allein SpaceX betreibt mehr als 10.000 Starlink-Satelliten und bringt viele davon mit eigener Falcon-9-Rakete nach oben. Elon Musks Konzern hat längst bewiesen, dass Raumfahrt nicht mehr allein die Domäne staatlicher Institutionen ist.
Gleichzeitig werden neue Abhängigkeiten sichtbar. So ist die Ukraine bei der Gefechtsfeldkommunikation auf Starlink angewiesen. Was in Europa die Frage aufwirft: Wie abhängig darf sicherheitsrelevante Infrastruktur von nicht-europäischen Anbietern sein?
Vor diesem Hintergrund kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius im September 2025 an, dass Deutschland 35 Milliarden Euro bis 2030 in Weltraumprojekte investieren werde. Diese Summe träfe hierzulande auf eine Raumfahrtlogik nach SpaceX-Vorbild: schneller, kapitalgetriebener, kommerzieller. Das Schlagwort dafür lautet New Space. „Typisch sind kürzere Entwicklungszyklen, Kundenorientierung und weniger Sonderanfertigungen, dafür mehr Produkte ‚off the shelf‘“, also standardisierte, serienmäßig gefertigte Produkte, sagt Pia Thauer von der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).