cleansort-Team

Dr. Winfried Barkhausen, Edwin Büchter, Philipp Soest von cleansort stehen nebeneinander in einer Produktionshalle (von rechts nach links)

| Privat
01.10.2022 Publikation

Der lange Weg zum Erfolg

Von der Entwicklung der Idee bis zur ersten Anlage im Feld brauchten Philipp Soest und seine Mitgründer sieben Jahre. Jetzt entwickelt und produziert die Firma cleansort laserbasierte Anlagen zur Wertstoffsortierung.

Von Tim Schröder

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Wie viel Durchhaltewillen es manchmal braucht, um das eigene Unternehmen auf die Beine zu stellen, zeigt das Beispiel der Firma cleansort aus Rösrath bei Köln. "Alles fing vor sieben Jahren mit einem Verbundprojekt an, in dem wir drei Firmen zusammengeholt haben, darunter eine Projektentwicklungsgesellschaft, für die ich damals gearbeitet habe, und die Firma cleanLASER“, erzählt der Maschinenbauingenieur und Geschäftsführer Philipp Soest.

Gefördert wurde das Projekt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Zwar stiegen nach und nach zwei Partner aus, weil ihre Forschungsfragen geklärt waren. Doch glücklicherweise ging die Förderung und die Zusammenarbeit mit cleanLASER weiter. cleansort stellt Sortieranlagen her, die Stahlschrottteile auf einem Förderband mithilfe eines Lasers analysieren.

Das Problem bei der Wiederverwertung besteht darin, dass Stahl nicht gleich Stahl ist. Jeder Stahl besteht aus einer anderen Mischung chemischer Elemente – aus Eisen, Mangan oder etwa Chrom. Die Eigenschaften des Stahls hängen von den beigemischten Elementen und auch ihren jeweiligen Gewichtsanteilen ab. Um aus Metallschrott hochwertigen Recyclingstahl mit gewünschten Eigenschaften herstellen zu können, muss die Mischung stimmen. Allerdings werden im Schrott meist viele verschiedene Stähle vermischt.

Der Laser der cleansort-Anlage erhitzt die Oberfläche eines Schrottteils an einem winzigen Punkt, verdampft das Material zu einem Plasma und analysiert dann dessen chemische Zusammensetzung. Damit kann die Anlage Schrottteile gezielt sortieren. Diese werden so gemischt, dass sich später eine Stahlschmelze in exakt dem richtigen Mischungsverhältnis ergibt. Der Laser ist schnell genug, um die Schrottteile auf dem Förderband wie ein Scanner abzutasten.

"Die Experten der DBU und meine Gesellschafter-Kollegen haben die ganze Zeit an die Idee geglaubt. Das war wichtig, weil ich eine solche Entwicklung niemals aus eigener Kraft hätte stemmen können. Dazu braucht es viel zu viel Anlagentechnik." 2018 gründete er endlich gemeinsam mit seinen Gesellschafter-Kollegen die Firma cleansort.

"Nach sieben Jahren sind wir jetzt zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Denn mittlerweile ist vielen klar, wie wichtig es ist, Rohstoffe im Land zu halten und hochwertig aufzubereiten, um von Rohstoffimporten unabhängiger zu werden." Zwei Dinge habe er in dieser langen Gründungsphase gelernt: trotz gelegentlicher Rückschläge nie die Begeisterung zu verlieren und an den Erfolg der eigenen Idee zu glauben. Nur dann könne man potenzielle Partner überzeugen.