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SpaceX
30.06.2021

Raumfahrt: Neue Player, neue Ziele

James T. Kirk, alias William Shatner, Captain des Raumschiffes Enterprise, feierte dieses Jahr seinen 90. Geburtstag. Jeff Bezos und Elon Musk erfüllen sich in den nächsten Wochen seinen großen Kindheitstraum und fliegen ins All. Richard Branson ist gerade von seinem Flug ins All zurückgekehrt. Anlass für uns, Ihnen neue Ziele und neue Player in der Raumfahrt zu präsentieren. ESA-Astronaut Matthias Maurer schildert im Interview seine Sicht auf die Raumfahrt, vor allem auf die kommerzielle.

Weitere Themen im Magazin: Fliegende Windkraftanlagen, CO2-Capturing, klimaneutrale Antriebstechnologien und ein Städtevergleich: Wer mach das Rennen um den besten Technologiestandort: Berlin oder München?

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Editorial: Megawette im New Space

Auch in Deutschland können Verbraucher zwischenzeitlich die Betaversion eines von einem US-Raumfahrtunternehmen betriebenen Satellitennetzwerks nutzen, das künftig weltweiten Internetzugang bieten soll. Und ein weiterer Anbieter aus den USA steht mit dem zugehörigen zweistelligen Milliardenkapital in den Startlöchern, Zehntausende von Satelliten mit erdnaher Umlaufbahn (LEOs) ins All zu schießen, um einen erwarteten globalen Milliardenmarkt mit Kommunikations- und Mehrwertdiensten zu adressieren. Neben der großen Zahl an LEO-Satelliten mit geringem Gewicht und industrieprozessorientierter Fertigung ist es der Ansatz kostengünstiger und wiederverwendbarer Raketenstufen, welche einen fundamentalen Paradigmenwechsel in der Raumfahrt eingeläutet haben – Startkosten von LEO-Satelliten sollen sich bis zu einem Faktor 100 bis zum Jahr 2030 reduzieren lassen. Sind wir damit in Deutschland und Europa uneinholbar ins Hintertreffen geraten?

Tatsächlich dürfte sich der Rückstand Deutschlands und Europas bei den LEO-Megakonstellationsprojekten nicht mehr so einfach aufholen lassen. Was wir jetzt brauchen, ist eine Judo-Strategie, welche sich definieren könnte aus deutschen und europäischen Technologie- und Anwendungsbausteinen in Verbindung mit schnellem Handeln, Flexibilität und Hebelwirkung. Satellitengestützte Kommunikations- und Mehrwertdienste sind immer als Ergänzung zu terrestrischen Systemen zu sehen, um die Abdeckung dort zu gewährleisten, wo sich erdgestützte Lösungen betriebswirtschaftlich nicht rechnen. Insofern bieten sich für Deutschland und Europa durchaus interessante Optionen der Technologieführerschaft mit europäischen oder deutschen LEO-Systemen, eingebunden in Mobilfunknetze der fünften und sechsten Generation. Der besondere Vorteil dieses Ansatzes läge in der unmittelbaren Nutzbarkeit von 5G- / 6G-Endgeräten und -Sensoren sowohl mit terrestrischen als auch nichtterrestrischen Kommunikationsnetzen mit den dazugehörigen Kostenvorteilen eines bestehenden globalen Ökosystems. Gleichzeitig gilt es, den milliardenschweren Förderrahmen der Europäischen Kommission für Raumfahrt-Innovation und Technologietransfer konsequent zu nutzen, insbesondere auch zur Unterstützung von KMUs zur Entwicklung von alternativen Technologien und Geschäftsmodellen.

Ich wünsche Ihnen eine anregende und informative Lektüre!

Ihr Dr. Volker Ziegler, Stellvertretender Vorsitzender der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE 

Titelthema Raumfahrt

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