Waschmaschine Akustik Labor

Am 1. Oktober 1920 nahm die VDE-Prüfstelle ihre Arbeit auf. Seitdem ist viel passiert. Rund 100.000 Geräte aus aller Welt werden inzwischen durch die unabhängigen Prüfer und Prüferinnen des VDE-Instituts jedes Jahr einem Härtetest unterzogen, bevor sie das bekannte VDE-Dreieck erhalten.

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23.01.2020 Fachinformation 284 0

Nicht nur sauber, sondern … sicher

Seit hundert Jahren wird das VDE-Prüfzeichen vergeben. Ziel ist nach wie vor: der Verbraucherschutz. Doch ansonsten hat sich in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung so manches verändert. Auch bei der Prüfung von Waschmaschinen. Ein Besuch im VDE-Institut in Offenbach.

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Waschmaschinen-Testlabor

Einblick in das Waschperformancelabor des VDE Prüf- und Zertifizierungsinstituts in Offenbach. Hier ist wirklich alles reguliert. Selbst der Schmutz entspricht einer bestimmten Norm und jede Waschladung enthält mehrere Teststreifen, die zuvor entsprechend mit Fett, Ruß, Blut, Kakao und Rotwein präpariert wurden.

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Es riecht nach Seifenpulver und sauberer Wäsche. Das leise Surren der Geräte wird von dem Schleudern der Trockner auf der anderen Seite des Raumes übertönt. Hingen über den Waschmaschinen keine Messwertschreiber, die alle relevanten Parameter der Geräte in langen Diagrammen aufzeichnen, könnte man fast meinen, in einen Waschsalon geraten zu sein. Doch die Laken und Handtücher werden hier nur zu Prüfzwecken gereinigt. Denn wir befinden uns in einem Labor des VDE Prüf- und Zertifizierungsinstituts in Offenbach.

„Das Waschperformancelabor ist nur eines von vielen hier auf dem Gelände“, betont Hendrik Schäfer, der uns heute durch das Institut führt. Denn auf dem großen Areal im Nordwesten der Stadt werden natürlich nicht nur Waschmaschinen, sondern alle möglichen Haushaltsgeräte – vom Toaster bis hin zum Staubsauger – geprüft. Aber selbst mit diesem Fokus würde man dem Institut nicht ganz gerecht werden, gibt es doch auf dem Gelände noch zahlreiche weitere Labore, die noch ganz andere Dinge testen. Darunter zum Beispiel ein großes neues Gebäude, in dem nichts anderes gemacht wird, als Kabel unterschiedlichster Art und Größe auf ihr Brandverhalten zu untersuchen. Das Prüfspektrum reicht von der herkömmlichen Verlängerungsschnur über die Glasfaserleitung bis hin zum armdicken Erdkabel. Bei unserem Besuch in Offenbach soll es jedoch vorrangig um den Verbraucherschutz bei elektrotechnischen und elektronischen Geräten gehen. Ein Thema, das dank des bekannten Prüfsiegels seit hundert Jahren fest mit den Namen VDE verbunden ist.

Rund 100.000 Geräte aus aller Welt werden durch die unabhängigen Prüfer und Prüferinnen des VDE-Ins­tituts jedes Jahr einem Härtetest unterzogen, bevor sie das bekannte VDE-Dreieck erhalten. Davon entfallen rund 16.000 Prüfungen auf erstmalig vorgestellte Produkte, die quasi auf „Herz und Nieren“ überprüft werden müssen, bevor sie in den Verkauf gehen. Was jedoch oft nicht bekannt ist: In Deutschland gibt es keine Prüfpflicht. Viele Verbraucher interpretieren irrtümlicherweise die CE-Kennzeichnung als Etikett für geprüfte Sicherheit. Diese Kennzeichnung ist jedoch lediglich eine Erklärung des Herstellers, Inverkehrbringers oder EU-Bevollmächtigten, dass sein Produkt den Anforderungen der zutreffenden europäischen Richtlinien und Verordnungen entspricht. Das kann man glauben – oder eben auch nicht. Sicherer ist allemal, genau das noch einmal von einem unabhängigen Prüfinstitut bestätigen zu lassen. „Zumindest bei Großgeräten wie Waschmaschinen machen das auch alle namhaften Hersteller“, erklärt Schäfer, „das schafft Vertrauen beim Verbraucher und ist ein Investment in mehr Qualität und Sicherheit der Produkte.“

Zu Beginn der VDE-Prüfhistorie genügte auch mal ein kräftiger Fausthieb

Postkarte

Seit der Gründung des VDE-Instituts ist viel passiert. Eine Postkarte mit der Illustration wäre heute undenkbar. Wobei das VDE-Institut auch heute noch Verbrauchertipps und Verbraucherschutz-Studien veröffentlicht. 

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Bis ein Gerät sich mit dem begehrten Prüfsiegel schmücken kann, ist es indes ein langer (Prüf-)Weg. Und damit zurück ins Waschperformancelabor, wo gerade ein Mitarbeiter den nächsten Testlauf startet. Um weltweit vergleichbare Ergebnisse zu haben, müssen auch die Prüfanordnungen überall gleich sein. Das führt dazu, dass hier so ziemlich alles genormt ist. Angefangen von dem Waschmittel, das natürlich kein x-beliebiges Sonderangebot aus dem Discounter ist, sondern ein nach vorgeschriebener Mixtur zusammengestelltes Pulver. Auch Anzahl und Beschaffenheit der Wäsche ist exakt festgelegt, genau wie die Art und Weise, wie sie dann in die Trommel gelegt wird. Selbst das Wasser und sogar der Schmutz entsprechen einer bestimmten Norm, denn jede Waschladung enthält mehrere Teststreifen, die zuvor mit Fett, Ruß, Blut, Kakao und Rotwein präpariert werden. Auf die Frage, warum denn überhaupt die Reinigungsleistung getestet wird, wenn es doch eigentlich hier nur um die Energieeffizienzklasse geht, muss Schäfer etwas schmunzeln: „Dann müsste ein Hersteller, um ein A+++ zu bekommen, ja nur Strom und Wasser abklemmen. Damit wäre die Wäsche zwar immer noch dreckig, aber der Energieverbrauch super.“

 Hinter der Arbeit der Prüferinnen und Prüfer in Offenbach steht ein Erfahrungsschatz von hundert Jahren elektrotechnischer Prüfung. Denn am 1. Oktober 1920 nahm die VDE-Prüfstelle ihre Arbeit auf, damals noch an der Potsdamer Straße in Berlin-Schöneberg. Zwei Tage zuvor war das VDE-Prüfzeichen in die Zeichenrolle des Reichs­patentamtes eingetragen worden, um dem Verbraucher nunmehr geprüfte Qualität anbieten zu können. Die Realität sah jedoch noch bescheiden aus. Nur wenige Hersteller machten vom Prüfzeichen Gebrauch. In Deutschland herrschte Inflation, viele Hersteller plagten Qualitätsprobleme und auch an geeigneten Prüfverfahren mangelte es. Daher wurde in der VDE-Prüfstelle improvisiert: Wärme­isolierungen wurden der Hitze eines Bratofens ausgesetzt. Zur Feststellung der Stabilität von Gehäusen genügte ein Hammerschlag oder die „Zimmermannsche Klaue“ – wobei es sich um nichts weiter als die kräftige Faust des damaligen Prüfstellenleiters handelte. Und auf Nachfrage kam schon mal der Rat, ein Gerät aus dem Fenster zu werfen, um dessen Haltbarkeit zu testen.

Erst mit der Rentenmark 1923 stabilisierte sich die deutsche Wirtschaft, die Zahl der Prüfanträge stieg deutlich an und das heutige VDE-Institut kam in Schwung. Die Prüfstelle befasste sich inzwischen auch mit Koch- und Heizgeräten, elektromedizinischen Apparaten, galvanischen Elementen, elektrischen Spielsachen und manchem mehr. Nicht jedoch mit Waschmaschinen. Diese wurden nämlich – in ihrer elektrifizierten Form – erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfunden. Dann jedoch eroberten sie dank des deutschen Wirtschaftswunders in Windeseile auch die hiesigen Haushalte, was nicht zuletzt in einem erhöhten Platzbedarf der VDE-Prüfstelle mündete. So zog sie, nachdem sie 1961 erst in einem Frankfurter Neubau einen Standort gefunden hatte, bereits sieben Jahre später weiter ins benachbarte Offenbach, wo neue Laboratorien und ein Verwaltungsgebäude mit einer Nutzfläche von rund 4300 Quadratmetern entstanden, die zwischen 1971 und 2015 auf 17.000 Quadratmeter erweitert werden sollten.

Geprüft wird alles – selbst die chemische Zusammensetzung

Chemieprüfung

An chemische Laboruntersuchungen denkt man nicht zuallererst, wenn es um ein Zertifikat des VDE-Instituts geht. Dabei werden selbst bei einer Vollabnahme einer Waschmaschine bis zu 650 Einzelteile chemisch unter die Lupe genommen. Ohnehin: Das Thema Prüfung und Zertifizierung von Waschmaschinen ist deutlicher komplexer als vielfach vermutet.

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Und damit noch einmal zurück zu unserer Waschmaschinenprüfung und dem Rundgang durch das Offenbacher VDE-Institut. Jetzt sind wir jedoch nicht mehr im „Waschsalon“, sondern in einem der zahlreichen anderen Labore, die zwar nicht ausschließlich, aber eben auch für die Prüfung von Waschmaschinen genutzt werden. Eine davon findet in den Akustikräumen statt. Abgeschirmt mit Isolierungen und Absorbern wird hier die Schallemission gemessen. Jeder der Räume hat dabei seine eigene Besonderheit. Auch der Akustikraum, in dem Waschmaschinen getestet werden. Denn um zu wissen, wie laut eine Maschine beim Wasch- und Schleudergang ist, benötigt man gemäß der entsprechenden Norm einen Raum, der hinter dem Gerät eben keine Absorber, sondern eine schallharte Wand hat. Schließlich steht sie beim Verbraucher zu Hause ja für gewöhnlich auch an einer Keller- oder Küchenwand und nicht im freien Raum.

Ebenfalls unverzichtbar, besonders für vernetzte Geräte: die sogenannte Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), die in der Absorberhalle nebenan geprüft wird. Hier geht es darum, dass das unerwünschte elektromagnetische Feld eines Gerätes sich unterhalb international vereinbarter Grenzwerte bewegt und somit nicht den Empfang von Radiowellen oder andere Geräte stört. Ansonsten könnte es – zumindest theoretisch – passieren, dass das Hörgerät anfängt zu fiepsen oder der Fernseher ausfällt, sobald man via Funk-Verbindung die Waschmaschine einschaltet.

Verantwortlich für all diese bereichsübergreifenden Prüfdienstleistungen ist Dr. Michael Riess. Von Haus aus ist er nicht Elektroingenieur, sondern Chemiker. Das verwundert vielleicht im ersten Moment, klärt sich aber auf, als wir mit ihm in die Räumlichkeiten der nächsten Dienstleistung gehen, in das Chemielabor. Denn selbstverständlich müssen die Prüfer ebenfalls testen, ob die Hersteller im chemischen Bereich alle Richtlinien einhalten und nicht am Ende der Kaffee aus der Maschine nach Plastik schmeckt oder noch schlimmer, Blei oder andere regulierte Substanzen enthält. Da Waschmaschinen keinen Lebensmittelkontakt haben, könnte man glauben, dass wir dieses Labor für unsere Geschichte etwas vernachlässigen könnten, doch weit gefehlt: „Bei der Vollprüfung einer Waschmaschine nehmen wir Proben von rund 650 Teilen“, klärt uns Riess auf. Alle werden von den Chemikern gründlich analysiert. Zum einen geht es dabei darum, die Recyclingfähigkeit und damit die Nachhaltigkeit des Produkts in Erfahrung zu bringen, zum anderen aber um ganz konkreten Verbraucherschutz: „Auch bei einer Waschmaschine gibt es Teile, die vom Verbraucher berührt werden. Und bei diesem Kontakt können gefährliche Stoffe übertragen werden.“ Gerade zum Beispiel die in manchen Kunststoffen enthaltenen Weichmacher, also die Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), stehen im Verdacht, für Krebs verantwortlich zu sein. Hier gilt also für die Prüfer höchste Achtsamkeit!

Prüfung weltweit: Das VDE-Institut verfügt über ein globales Netzwerk

Prüflabor in China

Längst wird zum Beispiel nicht nur in Offenbach geprüft, sondern auf der ganzen Welt – wie beispielsweise im chinesischen Zhongshan (Bild Mitte). Und auch die Vernetzung der Geräte hat neue Herausforderungen mit sich gebracht, denn inzwischen geht es nicht mehr nur um Safety, sondern auch um Security.

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Aber was passiert eigentlich, wenn bei irgendeiner der Prüfungen etwas herauskommt, was nicht sein soll? Oder genauer, was nicht der jeweiligen Norm oder Richtlinie entspricht? „Dann heißt es: Zurück an den Absender“, antwortet Riess trocken. „Wir können ja nur etwas bescheinigen, was wir auch so am Produkt nachweisen konnten. Und im Zweifelsfall muss der Hersteller eben so lange nacharbeiten, bis alles konform ist.“ Das ist auch einer der Gründe, warum nicht alle Produkte hier in Offenbach getestet werden – und warum an dieser Stelle der Geschichte das Rhein-Main-Gebiet im Herzen Deutschlands verlassen und in den fernen Osten, nach Asien gesprungen werden muss.

Denn dort, nicht hierzulande, werden immer mehr Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen produziert. So ist das chinesische Unternehmen Midea mit einem Umsatz von rund 40 Milliarden Dollar der weltweit führende Haushaltsgerätehersteller – gefolgt von den Unternehmen Gree und Quingdao Haier auf den Plätzen zwei und drei, die ebenfalls aus China stammen. Was läge da näher, als diese auch vor Ort zu testen?

Weltweit verfügt das VDE-Institut dafür über zahlreiche akkreditierte eigene Test- sowie Partnerlabore. Gerade erst im Mai 2019 wurde zusammen mit dem chinesischen General Certification Center (CGC) im Man Sum Informationstechnologie- und Wissenschaftspark der Stadt Zhongshan in der Provinz Guangdong ein weiteres großes Prüfzentrum eröffnet. Das Joint Venture vereinfacht Herstellern von Elektrogeräten den weltweiten Vertrieb ihrer Produkte. Denn sie haben dort die Möglichkeit, mit einer Zertifizierung für den europäischen Markt auch den Marktzugang für China mit der China Compulsory Certification (CCC) zu erhalten. „Für unsere Kunden bedeutet das eine große Zeit- und Kostenersparnis, wenn sie ihre Hightech-Produkte auf beiden Zielmärkten in Europa und China vertreiben wollen“, sagt Sven Öhrke, Geschäftsführer der VDE Global Services GmbH und Mitglied der Geschäftsleitung des VDE-Instituts. Zum einen würden europäische Hersteller davon profitieren, weil der VDE ihnen damit die Türen nach Fernost öffnet, zum anderen wird aber auch der Marktzugang in die andere Richtung erleichtert. „Sieht der Käufer oder die Käuferin, dass ein Produkt aus China ein VDE-Zeichen trägt, weiß er oder sie, dass das Produkt die harten Prüfungen des VDE bestanden hat und damit qualitativ hochwertig ist“, so Öhrke. „Gerade in Zeiten des Onlinehandels wächst auch die Gefahr, dass immer mehr ungeprüfte Billigprodukte mit teils gravierenden Sicherheitsmängeln Einzug in die Haushalte finden. Solche Kooperationen sind daher auch eine Investition in den Verbraucherschutz.“


Auch im Smart Home muss der Verbraucher sicher sein

Smart Home

Und auch die Vernetzung der Geräte hat neue Herausforderungen mit sich gebracht, denn inzwischen geht es nicht mehr nur um Safety, sondern auch um Security.

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Doch zurück nach Offenbach. Nach einer Zwischensta­tion in einem Labor, in dem Ladestationen für Elektroautos geprüft werden, und einer weiteren, in der auf einem ganzen Stockwerk nur Lichtprodukte unterschiedlichster Art unter die Lupe genommen werden, setzen wir unsere Expedition in Sachen Waschmaschine fort. Dabei befinden wir uns nun in einem Teil des Prüf- und Zertifizierungsinstituts, in dem es eigentlich darum geht, wie die smarte Welt von heute und morgen sicher werden und bleiben kann. Und gemeint ist dabei weniger die Sicherheit im Sinne von Safety (also die Unfallvermeidung und die Gerätesicherheit), sondern eher die im Sinne von Security (also die Kriminalprävention beziehungsweise die Informationssicherheit). Selbst wenn man bei diesem Thema nicht zu allererst an Küchengeräte denkt, spielt es auch hier eine große und immer größer werdende Rolle. Denn der Einsatz von Funktechnologien wie WLAN oder Bluetooth ist für das Internet der Dinge und das Smart Home unverzichtbar. In Zukunft wird es immer mehr Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen geben, die eine Funkschnittstelle enthalten, um sich mit dem Internet verbinden zu können.

Damit sind jedoch neue Probleme verbunden. Mit der RED (Radio Equipment Directive) gibt es zwar eine EU-Richtlinie, die solche Geräte einhalten müssen. Diese hat aber bisher die Safety im Fokus, genauer: die Elektromagnetische Verträglichkeit und die Spektrumsanforderungen, aber eben nicht die Security. „Im Internet of Things fehlt es völlig an harmonisierten Standards und Vorgaben, an die man sich halten muss. Da macht jeder Hersteller sein eigenes Ding“, erklärt Prüfingenieur ­Ale­xander Matheus, der beim Prüf- und Zertifizierungs­institut in Offenbach als Senior Expert das Thema Informationssicherheit verantwortet. Um hier Orientierung zu bieten, hat das VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut für den Smart-Home-Bereich deshalb das Zertifikat „Informationssicherheit geprüft“ eingeführt. Wer dieses Zertifikat für sein System haben möchte, muss damit rechnen, vorher erst einmal eine lange Mängelliste abzuarbeiten. „Im Moment finden wir noch bei jedem System Schwachstellen“, berichtet Matheus. „Wir arbeiten dann mit den Herstellern zusammen, um diese Mängel zu beheben.“ Am Anfang einer solchen Prüfung steht immer eine Risikoanalyse. Und da stellt sich natürlich die Frage, um auf das Thema Waschmaschine zurückzukommen, was an dieser gefährlich sein könnte. Etwa, dass ein Hacker verhindert, dass die Wäsche nicht nur sauber, sondern rein wird? „Zum Beispiel“, erklärt Matheus geduldig, „er könnte aber auch während des Waschvorgangs plötzlich die Maschine öffnen und so die Küche unter Wasser setzen.“ Dennoch sieht auch Matheus in solchen Szenarien natürlich nicht die Hauptgefahr. Viel gefährlicher wird es, wenn ein Hacker die vermeintlich harmlose Waschmaschine nutzt, um über sie in das Haussystem einzudringen. Sei es, um an das WLAN-Passwort zu gelangen oder um die Alarmanlage auszuschalten. „Möglichkeiten zur Kommunikation sind auch immer Möglichkeiten zum Missbrauch dieser Kommunikation“, sagt Prüfingenieur Matheus. Dabei ist die Waschmaschine zwar nur ein Glied in einer ganzen Reihe von vernetzten Geräten, aber eine Kette ist bekanntlich nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Verbraucherschutz mit all seinen Facetten, so das Fazit nach dem Rundgang durch die unterschiedlichsten Labore des Prüf- und Zertifizierungsinstituts, ist dann doch eine recht komplexe Sache. Sicher ist jedoch, dass wir das nächste Mal, wenn wir die Wäsche machen müssen, die Waschmaschine mit ganz anderen Augen sehen werden.


Martin Schmitz-Kuhl ist freier Autor aus Frankfurt am Main und Redakteur beim VDE dialog.